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Weihnachtsbrief 2009
Liebe Verwandte und Freunde,
Vielleicht warten Sie schon auf die Nachrichten aus der Mageren Au? An diesem Jahresende erzählt Ihnen ein kleiner Beobachter von seinen Erlebnissen in unserem Kloster. Er befindet sich am Kapitell der südlichen Säule am Choreingang unserer Kirche und schaut mit wachem Blick ins Kirchenschiff. Wir wollen ihn Zachäus nennen, mit dem Namen des Zöllners im Evangelium, der auf einen Baum kletterte, um Jesus von oben her zu sehen. Unser Zachäus hat also alles mit Aug und Ohr genau beobachtet, was im Jahr 2009 an diesem wichtigen Ort vor sich ging, viel Internationales, meint er!
Im Advent erblickte unser Beobachter noch nie gesehene Beterinnen! Sr. Luzia und Sr. Irene, Studentinnen in Freiburg, machten einen kleinen Aufenthalt bei uns. Sie erzählten von ihrem Land und ihrer Herkunft, der Untergrund-Kirche in China, was unser Gebet für dieses Land neu belebt.
Die grossen Schneemassen dieses Winters erweckten Erinnerungen an unsere Kindheit. Im Januar jedoch holte uns das Eis auf den Strassen schnell in die Realität zurück! Es galt Wege und Durchgänge freizuschaufeln – eine ungewohnte Tätigkeit!
Das Fest der Gründerväter von Cîteaux, haben wir mit den beiden jungen Seminardirektoren Nicolas Glasson vom Freiburger Priesterseminar, und Pierre-Yves Maillard, vom Walliser Seminar gefeiert. Zachäus auf seiner Säule freute sich mit den Schwestern über deren begeistertes Singen! Beim gemeinsamen Mahl teilten sie mit uns ihre Sorgen und Freuden und sprachen über die Berufungen, die Jugend und die so kleine Zahl der Seminaristen in unserer Gegend.
Ende Januar führten uns Nicole und Marcel, ein befreundetes Ehepaar, nach Tansania, wo sie während drei Jahren lebten. Als Arzt setzt sich Marcel für Aids-Kranke ein. Ihr Erzählen liess uns aufmerksam werden auf die traurige Lebenssituation so vieler Personen. Danke auch für die schönen Bilder aus Afrika!
Am 1. Februar spitzte der kleine Beobachter die Ohren, um auch gar nichts von der Eucharistie zu verpassen. ‚Engelhafte’ Musik ertönte: Edmée-Angéline Sansonnens spielte auf ihrer Barockharfe. Später im Jahr erfreute uns der Chor von Aline mit gregorianischen Gesängen und anderen aus der Renaissance. Den Musikern herzlichen Dank!
Laut der Schätzung von Zachäus waren Sie gut hundert Anwesende beim Gebet zur Eröffnung der Generalversammlung der Freunde der Maigrauge am 14. Februar. Der administrative Teil wurde im Benediktus-Saal durchgeführt. Herr Nicolas Michel von Freiburg, ehemaliger Rechtsberater des UNO-Sekretärs, sprach danach über seine Erfahrungen in dieser Aufgabe: ‚Der Aufbau einer gerechten und friedlichen internationalen Gemeinschaft: eine gelebte Erfahrung bei der UNO’. Sein menschliches und christliches Zeugnis hat alle tief beeindruckt.
Die nächste Generalversammlung der Vereinigung der Freunde der Maigrauge wird am Samstag, 6. März 2010 um 14 Uhr stattfinden.
Am folgenden Dienstag liess Lärm von Baumsägen innerhalb der Klausur den ‚Kirchenwächter’ aufhorchen: Dominique Baechler, unser Angestellter, und sein Sohn Marc fällten sieben der grossen, 83-jährigen, kranken Tannen. Es brauchte mehrere Tage, bis alles Holz gesägt und zusammengeräumt war. Die harmonische Arbeit zwischen Vater, Sohn und Onkel Gérard war ein erbauendes Schauspiel. Nun müssen wir auf das Wachsen der nächsten Tannengeneration warten. Inzwischen beklagen sich einige unter uns über die Leere der Allee, andere freuen sich, weil wir nun durch die Kirchenfenster das hübsche Bauernhaus sehen können. Ja, sogar Zachäus entdeckt die herrlichen roten Blumen an dessen Fenstern, wenn er ein wenig den Kopf wendet!
Am 18. Januar empfangen wir die freudige Nachricht: Die Mönche der Abtei Wettingen-Mehrerau haben ihren neuen Abt gewählt in der Person von P. Anselm van der Linde, geborener Südafrikaner. Mit 39 Jahren tritt er die Nachfolge von Abt Kassian Lauterer an und ist somit Präses der Zisterzienserkongregation von Mehrerau, zu der auch die Abteien Hauterive und Maigrauge gehören.
Montag, 23. Februar: die Hälfte der Gemeinschaft besucht die Ausstellung ‚Goldschmiedekunst des Kantons Freiburg zwischen 1550 und 1850’ im Museum für Kunst und Geschichte. Bei ihrer Heimkehr ins Kloster - welche Überraschung! - werden sie von Abt Präses Anselm 'erwartet’. Er hatte unsere Mitbrüder in Hauterive besucht und wollte nun auch die Schwestern in der Maigrauge begrüssen. Die Begegnung war zwar kurz, die gemeinsame Vesper jedoch hat sie vertieft! Zachäus freute sich mit uns!
Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel - es verblieben noch einige Eis- und Schneeflecken - begannen wir am Aschermittwoch die Fastenzeit. Eine Neuheit hat sie geprägt: Der wöchentliche Wüstennachmittag gab uns Zeit für ein tieferes Eintauchen in Gebet und Bibellesung, freie Zeit mit Gott.
Anfangs März zeigt uns P. Ludovic Nobel, der junge Bethlehem-Missionar, Dias und erzählt von seiner Pilgerreise ins Heilige Land. Dies spornt unser Gebet für die Bevölkerung dieser so geprüften Gegend neu an.
Wir möchten unserem Spiritual P. Ludovic herzlich danken für seine Treue und seinen freudigen priesterlichen Dienst. Auch den andern Priestern, die mit und für uns Eucharistie feierten, drücken wir unseren Dank aus: Pierre-Yves Maillard, P. Terrence Crotty OP, Felix Gmür, François Clément, Bischofsvikar Marc Donzé, den Mönchen von Hauterive, den Karmeliten, dem Weihbischof der Diözese Basel Denis Theurillat, dem Bischof von Chur Vitus Huonder, dem Erzbischof von Tours Nicolas Aubertin und Kardinal Philippe Barbarin, Erzbischof von Lyon! Jede dieser Begegnungen eröffnete uns eine neue Sicht auf die Weltkirche.
„An einem Sonntag entdeckte ich während der Vesper zwei Schwestern aus der orthodoxen Kirche. Ich erkannte sie an ihrem schwarzen Gewand“ sagt unser Beobachter. „Vom Kloster ‚der Heiligen Elisabeth‘ in Minsk, Weissrussland, sind sie in die Schweiz gekommen, um über ihre blühende Gemeinschaft und ihre karitativen Werke zu sprechen. Sie hofften auch, von ihren Mitschwestern hergestellte, wunderschöne Holzartikel zu verkaufen. Da gab es Ikonen, Bilder, Spielsachen, dekorative Gegenstände in allen Varianten und geknüpfte Rosenkränze.“ Auch diese Begegnung erweitert den Horizont unseres Betens.
Weiter erzählt uns Zachäus: „In der Osternacht empfing Carole, eine Freundin der Maigrauge, die Taufe, die Firmung und die Erstkommunion. P. Ludovic durfte zum ersten Mal eine erwachsene Person taufen. Da ich hoch oben platziert bin, konnte ich die ganze schöne Feier sehr gut mitverfolgen!“ Die Gemeinschaft fühlte sich mit der Gesamtkirche verbunden, welche mit Freuden ihre in Christus neu geborenen Glieder aufnimmt. Natürlich begleiten wir alle Neugetauften mit unserem Beten!
Mit Begeisterung fährt unser Reporter weiter: „Traditionsgemäss ist die Kirche am Ostermittwoch fast ganz mit Leuten in weissen Chorgewändern gefüllt. Die Mönche von Hauterive machen ihre Wallfahrt nach Bourguillon und kommen zur Eucharistie in die Maigrauge! Beim anschliessenden gemeinsamen Mittagessen konnte ich leider nicht dabeisein – Sie verstehen!“
Kaum hatten die Mönche uns verlassen, zog eine ‚Unbekannte’ im Kloster ein! Die Grippe! Die ganze Gemeinschaft wird geschüttelt. Zachäus ist praktisch einziger Zeuge: „Obwohl die Mikrofone gut eingestellt sind, hörte ich die Schwestern immer weniger singen – zum Schluss rezitierten sie einen Grossteil des Stundengebetes. Die Zahl der anwesenden Schwestern fiel in einigen Tagen auf vier herunter. Das Gebet: Herr, besuche dieses Haus und halte alle Angriffe des Bösen von ihm fern... erhielt seinen vollen Sinn. Soweit ich mich erinnern kann, gab es seit 1968 keine derartige Abschwächung des Chorgebetes mehr. Dank des Einsatzes unseres geschätzten Hausarztes, Dr. Roger Riedo, und der gegenseitigen Hilfe, ging es den Erkrankten langsam besser, die Müdigkeit schwand dahin. Am 9. Mai konnte die Vesper wieder gesungen werden!“ Die Grippe hat uns dieses Jahr arg erwischt – wir haben unsere Schwäche und Zerbrechlichkeit, aber auch die Solidarität mit so vielen Kranken gespürt.
Das Leben geht weiter, das liturgische Jahr schreitet voran. Wir feiern Christi Himmelfahrt: „Nochmals habe ich interessiert geschaut: ein gutes Dutzend apostolischer Schwestern der Gemeinschaft ‚St-Jean’ aus Frankreich waren da. Ich habe sie gut erkannt, alle in grau. Es ist doch erfreulich: nicht nur an Hochfesten, sondern auch an gewöhnlichen Sonntagen ist die Kirche gefüllt mit Gläubigen von überall her!
Am folgenden Sonntag, dem 24. Mai hörte ich tatsächlich englisch flüstern. Ja, die Familie von Sr. Marie-Bernard ist aus den Vereinigten Staaten gekommen, um ihr 50-jähriges Professjubiläum mitzufeiern. Vaterabt Mauro stand der Eucharistie vor und an der Orgel spielte P. Hermann-Joseph, beide von Hauterive. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und uns an Ihm freuen... Ps117.“ Auf die Feier folgte ein Aperitif für alle und das Mittagsmahl im Benediktus-Saal mit den geladenen Gästen. Auch Zachäus hatte diesen Eindruck: „Das war ein grosses, wichtiges Ereignis für uns in der Maigrauge!“
Sr. Marie-Bernard wusste ihr goldenes Jubiläum mit zwei Knieoperationen einzurahmen: die eine im halben Jahr zuvor, die andere einige Monate danach! Während ihrer Abwesenheit wurde sie an der Orgel durch Philippe Despont ersetzt. Es war eine Freude, seinen kunstvollen Variationen zuzuhören! Vielen Dank für seine Bereitschaft. Unsere Sr. Gabrielle wusste die ‚Gemeinschaftsgrippe’ im Frühling zu umgehen. Sie war während jenen Wochen für ihre dritte Operation im Spital. Nun sind wir alle dankbar, dass sie wieder mit uns beten und arbeiten darf. Ende Oktober war die Reihe an Sr. Claire. Wir trugen sie während ihres Spitalaufenthaltes ganz besonders im Gebet.
„Jedes Jahr freue ich mich auf Fronleichnam“, erklärt uns Zachäus. „Die von Dominique und Gérard gestellten ‚Maien’ (Buchenäste, die Kirche und Kreuzgang schmücken) waren 2009 besonders schön. Und bei der Komplet, dem letzten täglichen Gemein-schaftsgebet, hörten wir: Ihr aber lebt nicht im Finstern, so dass euch der Tag nicht wie ein Dieb überraschen kann; Ihr alle seid Kinder des Lichts, des Tages. Genau in diesem Moment schien die sinkende Sonne in die Kirche hinein, direkt auf mich - auf meine Säule! – , sodass ich die Augen schliessen musste, während mein Gesicht von den Sonnenstrahlen erwärmt wurde. Das ist einer der schönsten Momente des Jahres!“
Im Gästehaus nehmen wir auch Gruppen auf. Ende Mai konnte Zachäus von seiner Höhe auf die Redaktionsmitglieder von ‚Collectanea Cisterciensia’, einer Zeitschrift der Zisterzienserfamilie, herunterblicken: Sr. Marcelle aus Clairefontaine, P. Jacques vom Mont-des-Cats, Sr. Marie-Bernard von Klaarland, P. Joël aus Citeaux und Br. Xavier von Acey. Er bemerkte unsere Freude über die Begegnung mit den trappistischen Brüdern und Schwestern, die hier mit uns beteten und ihre Redaktionsarbeit untereinander besprachen.
Im Jahr 2009 konnten drei von uns einen runden Geburtstag feiern: Sr. Véronique den 50. im Januar, im Oktober Sr. Marie-Emmanuel den 70. und zwischen den beiden trat
Sr. Anne-Marie in ihr 100. Lebensjahr ein. Unsere sportliche Seniorin hat den Rekord erreicht! In unserem Klosterarchiv finden wir keine 100-jährige Vorgängerin! Am 19. Juni durften wir Frau Staatsrätin Isabelle Chassot mit dem Kantonsweibel im schwarz-weissen Ornat, ihrem Chauffeur und dem Fotografen, sowie den Stadtammann von Freiburg Pierre-Alain Clément mit dem Stadtweibel in blau-weissem Ornat begrüssen. Sie alle kamen, um unsere Älteste zu beglückwünschen. Sie brachten der 100-Jährigen den Lehnstuhl und das wunderschöne Glasbild von Freiburg, geschaffen vom Künstler Yoki. Es folgte eine kleine Feier ‚en famille’ – jene von Sr. Anne-Marie und jene der Maigrauge! Unser Männchen hatte davon nichts gesehen ausser… am Sonntag 21. Juni, dem eigentlichen Geburtstag. Da schmückten all die herrlichen Blumen, die Sr. Anne-Marie erhalten hatte, die Kirche zum Lobe Gottes und zur Freude der Gläubigen.
Ende Juni: Beginn der Erholungsaufenthalte – abwechslungsweise für die einen und die anderen – und sogar eine gemeinsame Woche mit lockerem Tagesplan findet Platz im Kalender. Dank der ganzen Gemeinschaft für diese Zeit der Entspannung!
Zachäus hingegen hatte wenig Ruhe! Eine Folge von internationalen Besuchen erregte seine Aufmerksamkeit: am 1. Juli sieht er ein altbekanntes Gesicht! Aus dem Benediktinerinnenkloster ‚Encontro’ in Brasilien, sind die 90-jährige Mutter Marie-Chantal, eine gebürtige Freiburgerin, und ihre junge brasilianische Mitschwester Maria-Paula, die in Paris studiert, für einige Tage unsere Gäste. Weitere liebe Bekannte: die Kl. Schwestern vom Evangelium Sabine und Odile, beide im Einsatz in Äquator, verbringen einige Tage mit uns. Wir werden neu gestärkt in der Überzeugung: das Lob Gottes und das Beten für die Welt in allen Sprachen spannen ein weites Netz über die Erde, auch ein Internet!
Am 17. Juli erkannte der kleine Beobachter nochmals zwei Silhouetten in der Kirche. Jean-Samuel Bucher von der Gemeinschaft ‚Fontaine-Dieu’ im Jura brachte uns P. André Letarte, den emeritierten Zisterzienserabt aus Rougemont in Kanada, als Spiritual zurück! Gross war die Freude des Wiedersehens!
Während dieses so heissen Sommers wurden in der Kirche Türen und Fenster geöffnet ... Deshalb natürlich konnte Zachäus auch hören, was auf der ‚Placette’, dem Erholungsplatz für die Gemeinschaft, vor sich ging. Er erzählt: „Seit dem 20. Juli sind die Rekreationen viel lauter! Ein Name wurde immer wieder gerufen: ‚Mandoline’! Und eines Tages habe ich verstanden, dass jetzt eine kleine Katze zur Gemeinschaft gehört. Einige Wochen später kommt ein anderes Kätzlein in die Maigrauge; sein Name wechselt zwischen ‚Klarinette’ und ‚Grisette’! Nach einigen unvermeidlichen Anfangsschwierig-
keiten sind die beiden nun ein Vorbild des Zusammenlebens für die Schwestern und eine Freude für das ganze Haus!“
Durch die geöffneten Fenster haben feine Ohren auch Lärm vernommen: Lastwagen, die Kies und Sand transportierten, und Baumaschinen, welche das von der Überschwemmung im Jahr 2005 verwüstete Landstück wieder herstellten. Dazu kam noch die Verjüngung unserer Zufahrtsstrassen. Jetzt ist alles sehr schön und sauber um die Magere Au. Auch die klösterliche Stille hat wieder Einzug gehalten!
Einer der dunkelsten Tage des Jahres war der Donnerstag 23. Juli: gegen 15.30 Uhr entlud sich ein Hagelgewitter über die Stadt und den Kanton Freiburg und hinterliess grosse Schäden. Die Maigrauge kam nicht ‚ungeschoren’ davon. Herr, verschone uns vom Bösen; vor Blitz, Hagel und Ungewitter bewahre uns! Die Erinnerung an diesen Nachmittag wird bleiben!
Doch das Leben geht weiter, die Gemeinschaft nähert sich einem Höhepunkt ihrer Geschichte. Im Frühling vor 35 Jahren wurde Mutter Gertrud das Äbtissinnenamt übertragen. Wir feierten dieses Fest innerhalb der Gemeinschaft. Ein Teil ihrer grossen Arbeit während all dieser Jahre war auch die Erhaltung der Kunstwerke des Klosters. Zachäus erzählt: „Am 19. August musste ich zweimal schauen! Leute kamen: Gäste, die Schwestern, die Musikerinnen vom ‚Ensemble Tre-Fontane’, und um 15 Uhr eine nie gesehene Feier: Staatsrätin Isabelle Chassot übergab der Gemeinschaft im Namen des Kantons Freiburg die Kopie des Ostergrabes der Mageren Au, dessen Original künftig im Museum für Kunst und Geschichte bleibt. Ja, Christus im Grab - ich kenne ihn seit Jahrhunderten; seit einigen Jahren fehlt er mir aber - ist in unsere Kirche zurückge-kommen! Gott sei Dank! Das war ein sehr bewegender Augenblick! Sie sagen zwar, es sei nur eine Kopie; ich sehe aber keinen Unterschied!“ Wir danken herzlichst dem Staatsrat, der alten und neuen Direktorin des Museums, den Restauratoren. Die neue Konvention zwischen dem Staat Freiburg und der Maigrauge wurde im Benediktus-Saal unterschrieben. Darauf folgte der vom Kanton gespendete Ehrenwein.
„Überrascht war ich am 20. August, dem Fest des heiligen Bernhard: keine Eucharistie! Die Schwestern sind nach Hauterive zu den Mönchen gegangen. Sie haben mich allein gelassen, fast ganz allein ...“ lamentiert unsere kleine Figur. Aber die beiden Zisterzienser-Gemeinschaften konnten erleben wie gut und schön es ist, wenn Brüder und Schwestern miteinander in Eintracht sind“ Ps 132.
Am 29. August ruft unser Erzähler: „Ei, ein neues Gesicht im Chorgestühl!“ Sr. Gloria von Portugal beginnt ihre Probezeit in der Maigrauge. Grosse Freude!
„Es gibt Nachmittage, da kommt keine Schwester in die Kirche“, kommentiert Zachäus. „Da sind sie an einem Kurs mit den Dominikanern P. Adrian Schenker, P. Luc Devillers, oder mit dem Karmeliten P. Christoph!“
Der heilige Benedikt schreibt in seiner Regel, Kapitel 38,1: Beim Tisch darf die Lesung nie fehlen... Der Bestseller des Jahres war ohne Zweifel die Biografie des Schweizer Kardinals Charles Journet (1891-1975). „Nach der Sext (dem kurzen Mittagsgebet) freuten sich die Schwestern jedenfalls mehr auf die Fortsetzung dieses Buches von Guy Boissard als auf das Essen! Die Älteren der Gemeinschaft haben unseren Kardinal gut gekannt!“
In der ersten Oktoberwoche kam eine ganze Gruppe öfters zum Gebet: Novizenmeister und -meisterinnen hielten eine Bildungswoche in unserem Kloster. Für Sr. Anne-Stefanie war dieses Mal die Reise kurz! Für Mutter Äbtissin hingegen waren sie länger: anfangs Sommer besuchte sie in Portugal die Zisterzienserinnen Sr. Fatima und Sr. Conceição und Ende September war sie in Rom an der Ordenssynode. Sr. Marie-Emmanuel nahm am Fortbildungskurs für Gastschwestern und –brüder in Cîteaux teil und Sr. Marie-Bernard an den Treffen des Monastischen Interreligiösen Dialogs.
„Anfangs November“, erzählt unser Beobachter, „ist das Gästehaus geschlossen, es wird ruhiger in der Mageren Au, das Schweigen wird tiefer; der Grund dafür: der Karmelit P. François Bixel hält den Schwestern die Jahresexerzitien. Endlich kann auch ich mich eine Woche lang ausruhen!“
Liebe Leser, liebe Leserinnen, das liturgische Jahr geht seinem Ende entgegen. 2009 war reich an frohen und schmerzlichen Ereignissen, wie wohl auch für Sie. Ihre Sorgen, Ihre materiellen und seelischen Nöte tragen wir in unserem Gebet. Wir danken Ihnen allen für die Güte und Freundlichkeit, die Sie uns durch Spenden, Dienste, Ratschläge, Ihr Teilen und Mitteilen ausdrücken.
Im Gebet gedenken wir auch der verstorbenen Freunde und Familienmitglieder: Vergelte, Herr, und gib das ewige Leben all jenen, die uns Gutes getan haben zu Deiner Ehre: Pfarrer A. Bise, Mutter Hedwig Bühlmann, emeritierte Äbtissin von Eschenbach, Sr. Marie-Robert von Collombey, Sr. Jean-Baptiste Bochatay, Herr Armin Imhof, Frau Julia Morellon, Schwester unserer Sr. Gabrielle, Herr Leo Muheim, Frau Agnes Schöb, P. Joseph Seiler, Frau Anna Zürcher, Mutter unserer Sr. Marianne.
In der Weihnachtsvigil singen wir: Christus ist für uns geboren! Kommt, lasset uns anbeten! Mit Zachäus, der es bezeugen kann, wünschen wir Ihnen allen
Frohe Weihnachten und ein gesegnetes Jahr 2010!
Ihre Schwestern der Maigrauge und der kleine Beobachter
Zachäus
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Abbaye de la Maigrauge, Ch. de l’Abbaye 2, CH-1700 Fribourg
Tél. +41 26 309 21 10 ; Fax +41 26 309 21 15 ; www.maigrauge.ch
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