Eine grosse Freude
Die Liebe Gottes wird sichtbar in einem kleinen, völlig abhängigen Kind. Gott ist ein Mensch geworden, um in der menschlichen Verwundbarkeit zu leben, um sichtbar an unseren Nöten und Bedürfnissen zu leiden. Gott, der die Liebe ist, will uns gleich werden, damit wir Ihm gleich werden. Dies beginnt an Weihnachten. In der Abhängigkeit des Neugeborenen vertraut er sich uns an. In diesem Kindchen ist die zarte göttliche Liebe uns geschenkt, wartet demütig, ob wir ihr Raum geben, Zeit geben um zu wachsen und sich zu entfalten. Diese unausgesprochene Frage ist die Weihnacht. Die Antwort ist Lob und Dank für dieses Geschenk der Liebe. Die Antwort ist aber auch, mit dem Kind in der Liebe zu wachsen.
Wir Schwestern versuchen diese Liebe als das grosse Licht der Seele zu empfangen, indem wir in dieser Nacht wach bleiben. Um 21 Uhr 15 singen wir die Vigilien. Der Höhepunkt dieser Wache ist die Mitternachtsmesse um 23 Uhr 30. Hier ist uns die zarte, gleichzeitig brennende und ebenso verletzliche Liebe, die sich nie aufdrängt, geschenkt in der Gestalt des verwandelten Brotes und Weines, uns geschenkt, damit wir mit ihr eins werden. Die Liebe Gottes will bei uns sein in dieser ganz armen bescheidenen Gestalt. So dürfen wir sie finden in den Tabernakeln unserer Kirchen.