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Verneigung des Körpers

Demut des Herzens

In der Woche vor der Fastenzeit konnten wir einige Tage der Einkehr mit Sr.Catherine Aubin, einer Dominikanerin aus Rom, Professorin am Angelicum und Mitarbeiterin von Radio Vatikan halten. Durch mittelalterliche Miniaturen, welche die 9 Arten des Betens des Hl. Dominikus anhand von körperlichen Posturen darstellen, hat sie uns über diese Arten zu beten gesprochen, vor allem aber über die erste Miniatur, die den hl. Dominikus verneigt vor einem Altar zeigt, auf dem der gekreuzigte Christus steht. Hinter seinem Rücken befindet sich eine dunkle Pforte, die er soeben durchschritten hat. Durch Verneigung des Körpers zur Demut des Herzens ist der Kommentar des Bildes.

Wovor, vor wem verneigt sich mein Herz? Etwa vor meinem eigenen Bild, das ich mit Hilfe von etwas Schminke schön und perfekt mir selber darstelle, um mir meine Mängel, Grenzen, Schwächen zu verbergen? Das dunkle Tor hinter Dominikus stellt die Angst dar, sich selber zu sein , die Angst vor Gott hinzutreten, so wie wir sind. Vor Gott stehen, so wie wir sind, nicht so wie wir sein möchten, öffnet uns für sein LICHT, das Licht seiner Barmherzigkeit. Wir dürfen Gott sagen hören: Befreie dich von dir selber. Ich, dein Gott nehme dich so an, wie du bist. Die Demut des gekreuzigten Christus ist Antwort auf den menschlichen Stolz. Demut, Liebe und Frieden sind, wie die hl. Hildegard sagt, unlöslich miteinander verbunden.